Um wirtschaftlichen Wohlstand und Stabilität zu sichern ist die Fähigkeit der Märkte, Risiken zu tragen, ein zentraler Bestandteil. Wachstum und wirtschaftliche Prosperität werden behindert, wenn Finanzmärkte die Ressourcen von Kreditgebern ineffizient an Unternehmer weiterleiten. Diese Funktion der Finanzmärkte wurde jedoch durch exzessive Volatilität stark verzerrt. Es kam zu Börsencrashs und spekulative Blasen sind entstanden, bei denen die Börsenkurse stark vom Fundamentalwert abweichen. Die Wirtschaftsforschung hat bisher nur begrenzte Fortschritte dabei verzeichnen können, diese wichtigen praktischen und politisch relevanten Themen der offensichtlichen Instabilität der Finanzmärkte zu lösen. Dieses Projekt entwickelt Elemente eines neuen Paradigmas welches (i) im Besonderen diverse Formen von heterogenem, begrenzt rationalem Verhalten sowohl in Finanzmärkten  als auch in Waren- und Arbeitsmärkten berücksichtigt, (ii)  die Auswirkungen  solchen Verhaltens auf die Generierung von Blasen, Börsencrashs und systemweiten Zusammenbrüchen aufgrund gemeinsamer Ergebnisse von Einzelnen untersucht, (iii) Verbindungen und Konsequenzen zwischen dem komplexen Gebiet der Finanzaktivitäten und der realwirtschaftlichen Aktivitäten untersucht, welche z.B. durch die Annullierung von Kreditrahmen und der Aufhebung vorgesehener Liquiditätsversorgung beeinträchtigt sein könnte, (iv) analysiert, wie sich der Übertragungskanal der Geldpolitik auswirkt wenn die Lage an den Finanzmärkten, insbesondere im Interbankmarkt, stark angespannt ist und wie die Kreditversorgung von Banken zu Firmen im Realsektor wieder hergestellt werden kann. Die gewählte Herangehensweise ist methodisch pluralistisch. Es werden bestehende Makromodelle erweitert und neue agentenbasierte Modelle nach dem Bottom-up Ansatz entwickelt. Die Ergebnisse werden  Einblicke in die Auswirkungen verschiedener Modelle im Hinblick auf das Umsetzen der Geldpolitik insbesondere in finanziellen Notlagen bieten.