Das Projekt CASCADE MINTS behandelte die Entwicklung und Anwendung von Energie- und Energie-Wirtschaft-Modellen mit besonderer analytischer Stoßrichtung hinsichtlich technologischer Entwicklungen. Es wurde im Wesentlichen in zwei Teilen behandelt:

Der erste Teil beschäftigte sich mit Modellierung und Szenario-Bewertung sowie mit der detaillierten Analyse der Aussichten der Wasserstoff-Ökonomie. Dabei erfolgte die weitgehende Entwicklung und Anwendung von bereits in vergangenen Rahmenprogrammen der Generaldirektion Forschung geförderten Energiemodellen. Letztendlich war es das Ziel dieses Projektteils eine perspektivische Analyse jener Bedingungen anzusetzen, anhand derer der Übergang zu einem Energieversorgungssystem auf Basis von Wasserstoff ermöglicht werden kann. Die Arbeiten des ZEW haben sich insbesondere mit den Perspektiven von Wasserstoffautos beschäftigt. So zeigen die Analysen im Rahmen eines CGE-Modells, dass es - gegeben die Kosten- und Effizienzprojektionen im Cascade Mints Projekt - bis zum Jahr 2030 zu einer Marktpenetration von Wasserstoffautos von etwa 25% aller Neufahrzeuge kommen kann. Eine noch stärkere Durchdringung der neuen Antriebstechnologie kann durch staatliche Maßnahmen, wie die stärkere Besteuerung von konventionellen Kraftstoffen oder die Subventionierung der Wasserstofftechnologie, erreicht werden.

Der zweite Teil behandelte nicht in erster Linie die Modellentwicklung. Hier bestand das Ziel vielmehr darin, die große Anzahl vorhandener operativer Energie- und Energie-Wirtschaft-Modelle (sofern dies möglich ist) zur Schaffung eines analytischen Grundkonsenses, was die Auswirkungen von Politikmaßnahmen zur Nachhaltigkeit von Energiesystemen anbelangt, aufzubereiten. Dieser Teil baute auf Erfahrungen im Zusammenhang mit dem ACROPOLIS-Projekt des fünften Rahmenprogramms der Generaldirektion Forschung auf und nahm unter Anwendung herkömmlicher Verfahren eine große Bandbreite von Modellen in Anspruch, wobei mit außerhalb der EU ansässigen Teams und jenen assoziierter Länder zusammengearbeitet wurde. Der Schwerpunkt in der letzten Phase dieses gemeinschaftlichen Fallstudien-Projektes lag auf dem Einfluss der Politik auf technologischen Entwicklungen. Die Fallstudienanalyse hat gezeigt, dass gezielte staatliche Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Technologien beitragen können. Jedoch zeigten sich eher moderate Effekte auf die CO2-Emissionen. Höhere Öl- und Gaspreise führten zu einer weitaus deutlicheren Verringerung des Ausstoßes von CO2. Zusätzliche positive Effekte wurden bei schnellerem technologischen Fortschritt erzielt.