Das Projekt betrachtet die soziale Integration gering qualifizierter Jugendlicher unter den Rahmenbedingungen einer wissensbasierten Ökonomie. Einen wesentlichen Faktor sozialer Integration stellt der Übergang von der Schule in eine postsekundäre Ausbildung oder das Erwerbsleben dar. In der Untersuchung der Determinanten und Effekte eines Bildungsabbruchs wurden die Faktoren besonders modelliert, die angesichts der zunehmend komplexer werdenden Anforderungen der Arbeitswelt bedeutsam sind. Als zwei Schlüsselfaktoren betrachteten wir nichtkognitive Fähigkeiten und Internetnutzung. Bildungsabbrecher definierten wir als Personen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss, die sich auch nicht gerade in Ausbildung befinden. Die empirische Analyse basiert auf Daten des Sozioökonomischen Panels für die Jahre 2000 bis 2006.

Zuerst untersuchten wir die Determinanten des Bildungsabbruchs mit einer Stichprobe von 16 bis 22- Jährigen. Die Analyse zeigt, dass sowohl nichtkognitive Fähigkeiten als auch die Verfügbarkeit von Internet im Haushalt die Wahrscheinlichkeit, Bildungsabbrecher zu sein, reduzieren. Die Effekte bleiben signifikant, wenn verschiedene familiäre Hintergründe berücksichtigt werden. Die Verfügbarkeit von Internet kann den Nutzen von Internet als Bildungstechnologie widerspiegeln aber auch Einstellungen und Fähigkeiten der Eltern, die in gewissem Grade unabhängig von ihrem formalen Bildungsniveau und Einkommen sind. Um den Einfluss nichtkognitiver Fähigkeiten zu bewerten, führten wir sowohl ein psychologisches Maß nichtkognitiver Fähigkeiten als auch Informationen über außerunterrichtliche Aktivitäten der Jugendlichen (Sport, Musik, Klassensprecherfunktion) in die Analyse ein. Wir fanden heraus, dass die Faktoren, die die Bildungsabbruchswahrscheinlichkeit reduzieren, sich für Frauen und Männer unterscheiden.

Im zweiten Teil wurden die Arbeitsmarkterfolge von Bildungsabbrechern und anderen Beschäftigten untersucht. Bei gleichem Bildungsniveau haben Personen mit höheren nichtkognitiven Fähigkeiten eine geringere Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein. Anschließend betrachteten wir den Lohnabstand zwischen Bildungsabbrechern und Beschäftigten mit mittlerer Qualifikation. Bei gleicher Berufsgruppe, gleichen nichtkognitiven Fähigkeiten und gleichem Internetnutzungsstatus verschwindet dieser Lohnabstand für Männer. Für Frauen beträgt er vier Prozent. Schließlich wurde überprüft, ob Bildungsabbrecher eine höhere oder niedrigere Lohnprämie für nichtkognitive Fähigkeiten und für berufliche Internetnutzung erhalten. Wir fanden dabei keinen Effekt, der sich von dem für die Gesamtheit der Beschäftigten unterscheidet.

Ausgewählte Publikationen

Beiträge in referierten Fachzeitschriften

Coneus, Katja, Johannes Gernandt und Marianne Saam (2011), Noncognitive skills, school achievements and educational dropout, Schmollers Jahrbuch - Journal of Applied Social Science Studies 131, 1 - 22.

Projektzeitraum

01.08.2006 - 31.07.2008

Kontakt
Kooperationspartner

Dr. Anja Achtziger, Universität Konstanz, Konstanz, DE
Prof. Dr. Alexander Kemnitz, Technische Universität Dresden, Dresden, DE
Dr. Manfred Laucht, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, DE
Prof. Dr. Winfried Pohlmeier, Universität Konstanz, Konstanz, DE
Prof. Dr. Alexandra Spitz-Oener, Humboldt-Universität zu Berlin