Parallel zur Zunahme der Evaluation von Arbeitsmarktmaßnahmen ist der politische Wunsch nach der Evaluation von Umweltmaßnahmen zu beobachten. Während aber im Arbeitsmarktbereich bereits eine Fülle von Konzepten und Studien existiert, ist die empirische Evaluierung von Umweltmaßnahmen unterentwickelt. Selten werden Schlussfolgerungen über die ökologische Wirksamkeit und die ökonomische Effizienz, den beiden Kernbestandteilen der Evaluation von Politikmaßnahmen, durch empirische Evidenz gestützt. Stattdessen basieren sie häufig auf theoretischen Modellüberlegungen oder auf den Erfahrungen von Praktikern, welche die Maßnahmen implementiert oder begleitet haben.

Erst in neuerer Zeit hat sich die Evaluation von Politikmaßnahmen durch experimentelle und quasi-experimentelle Studien etabliert, fast ausschließlich jedoch in anderen Gebieten als dem der Umweltökonomik, z.B. dem der Arbeitsmarktökonomik. Der Forschungsbereich Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement des ZEW möchte mit dem internen Forschungsprojekt "Evaluation von Umweltmaßnahmen und -instrumenten: Konzepte und Experimente" einen methodischen Beitrag zur Evaluationsforschung von umwelt- und energiepolitischen Maßnahmen leisten.

Es werden statistische und ökonometrische Methoden zur Isolierung des kausalen Effektes von Interventionen wie beispielsweise Energieeinsparungsmaßnahmen beschrieben, welche bereits aus der Literatur zur Evaluation von Arbeitsmarktmaßnahmen bekannt sind. Untersucht wird, welche dieser Verfahren speziell für Umweltmaßnahmen geeignete Evaluationsstrategien darstellen bzw. welche nicht. Dies schließt ein die Beschreibung der jeweils zugehörigen Datenerfordernisse, die zur Identifikation des Effektes zugrunde liegenden Annahmen sowie mögliche Messprobleme, die auf der Verletzung der jeweiligen Identifikationsannahmen beruhen. Im Idealfall können empirisch fundierte Kostenwirksamkeitsvergleiche alternativer Politikmaßnahmen angestellt werden.