Die bisherigen Stellungnahmen der Mitgliedstaaten zu den Verhandlungen des nächsten EU-Budgets lassen vermuten, dass erneut eine Verengung auf das „juste retour“-Denken droht. Anstatt den Fokus auf die richtigen Prioritäten, den Mehrwert und die Qualität europäischer Ausgaben zu legen, unterliegt die Verhandlungsstrategie der Mitgliedstaaten weiterhin der Versuchung, möglichst wenig nach Brüssel einzuzahlen und gleichzeitig möglichst viel zurückzuerhalten. Die entscheidende Frage ist, wie die drohende Blockade zwischen Nettozahlern und Nettoempfängern dennoch aufgebrochen werden kann? Ziel des Forschungsvorhabens ist es, herauszufinden, ob die EU durch Ausgaben auf der EU-Ebene einen Mehrwert im Vergleich zu national getätigten Ausgaben schafft. Hierzu soll der Begriff des Mehrwertes so operationalisiert werden, dass neben qualitativen Aussagen auch eine empirische Mehrwert-Überprüfung möglich ist. Die abgeleiteten Mehrwert-Indikatoren werden dann auf bestimmte Politikfelder angewendet. Somit kann gezeigt werden, ob bzw. unter welchen Umständen eine EU Ausgabe sowohl politisch sinnvoll als auch ökonomisch tragfähig ist.