Der zusammenfassende Endbericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2007 soll wichtige Themenkomplexe der innovationspolitischen Agenda erörtern und Deutschlands Position in Relation zu wichtigen Wettbewerberländern beleuchten. Hierbei steht nicht die detaillierte Betrachtung aller Indikatoren zur technologischen Leistungsfähigkeit im Zentrum der Betrachtung (diese wird von der Indikatorengruppe zur technologischen Leistungsfähigkeit vorgenommen, siehe Link, sondern die innovationspolitische Interpretation und Bewertung der Fakten und Befunde. Daher liegt ein Schwerpunkt auf der Herausarbeitung der mittel- und langfristigen Herausforderungen für das deutsche Innovationssystem nach dem Ende der "New Economy Krise".

Folgende Themenschwerpunkte für den zusammenfassenden Endbericht 2007 lassen sich heute schon absehen:

Deutschlands Position im internationalen Technologiewettbewerb
Mit Blick auf die künftige, veränderte Berichterstattung soll hier eine systematisch längerfristig orientierte Bestandsaufnahme durchgeführt werden, um auch über die Diskussion des Gesamtzusammenhangs deutlich zu machen, welche Faktoren wie, mit welcher Intensität und zeitlicher Dimension wirken und zu beachten sind. Der Bericht wird eine Fokussierung auf die Entwicklung der Kernfaktoren FuE, Innovationen, Patente der Unternehmen vornehmen.

Produktivität, FuE- und Innovation Bestandsaufnahme und Perspektive der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen
In diesem Teil wird ein Schwerpunkt auf die Analyse der Produktivitätsentwicklung gelegt, in der sich nicht nur die Ergebnisse der Innovationstätigkeit niederschlagen, sondern die auch Elemente der preislichen Wettbewerbsfähigkeit umfasst. Der Schwerpunkt wird auf einer international vergleichenden Betrachtung der Entwicklung der Arbeits- und Mehrfaktorproduktivität auf gesamtwirtschaftlicher und sektoraler Ebene liegen.

Sektorale Innovationssysteme
Die systematische Integration der Analysen ausgewählter sektoraler Innovationssysteme verfolgt zwei Ziele. Zum einen werden die technologische Leistungsfähigkeit und die Innovationspotenziale von für die deutsche Volkswirtschaft wichtigen Sektoren dargestellt und bewertet, zum andern werden für die betrachteten Bereiche Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet, die offen legen sollen, inwieweit die Chancen und Probleme der Sektoren eher idiosynkratischer Natur sind (und damit eine sektorbezogene Innovationspolitik angeraten ist) oder ob im gesamten deutschen Innovationssystem verankerte Merkmale wirksam sind (was für eine sektorübergreifende grundsätzliche Innovationspolitik sprechen würde).

Leistungsfähigkeit Deutschlands im Bereich wissenschaftlicher Forschung, Wissen- und Technologietransfer
Herausgearbeitet werden sollen in diesem Schwerpunkt grundsätzliche Perspektiven für die Arbeitsteilung und die Kooperation zwischen Wirtschaft und Staat bei der Generierung neuen Wissens. Die Themen der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit und des Wissens- und Technologietransfers stehen in einem engen Zusammenhang und werden gemeinsam behandelt.

Anreize zur Produktion und zum Einsatz von Humankapital in Deutschland
Wegen der unbestritten hohen Bedeutung von Humankapital und Bildung zum einen für die Innovationsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft und zum anderen für die Produktion von Gütern und Diensten mit anspruchsvollen Technologien und Verfahren spielt dieses Themenfeld auch eine herausgehobene Rolle in der innovationspolitischen Debatte und muss bei der Bewertung der technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands einbezogen werden.
Es ist wichtig das Thema Humankapital eng mit den anderen Untersuchungsteilen zu verknüpfen, um herauszuarbeiten, ob, und wenn ja inwiefern, Humankapitalrestriktionen bereits zu einer Einschränkung der Innovationstätigkeit deutscher Unternehmen führen oder ob eine solche beschränkende Wirkung (zumindest in einigen Branchen) zu befürchten ist.

Nationale Innovationspolitik unter der Perspektive der Aktivitäten der EU
Der Bericht wird unmittelbar nach dem voraussichtlichen Start des siebten Forschungsrahmensprogramms vorgelegt. Zudem sind bis zu diesem Zeitpunkt Strukturen und Details der EU-Aktivitäten im Rahmen des Innovation and Competitiveness Programme bekannt. Die enorme Ausweitung an forschungs- und innovationspolitischer Intervention, die diese beiden Schwerpunkte der EU-Politik voraussichtlich mit sich bringen werden, legt es nahe, die Aktivitäten der EU einerseits als Rahmenbedingung für die nationale Innovationspolitik zu berücksichtigen und andererseits die Gestaltung der Innovationspolitik der EU als eine zusätzliches Arbeitsfeld der nationalen Innovationspolitik zu begreifen.

Innovationspolitische Instrumente (Policy Mix), innovationspolitische Agenda und ausgewählte Schwerpunkte der nationalen Innovationspolitik
In der aktuellen Diskussion um die Einschätzung der nationalen Innovationspolitik hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass die isolierte Analyse einzelner innovationspolitischer Elemente häufig zu kurz greift. Im Rahmen des zusammenfassenden Endberichts 2007 werden die (Zwischen-)Ergebnisse der systematischen Vergleiche von OECD und EU-Kommission von nationalen Innovationspolitikpaketen (Innovation Policy Mix) aufgearbeitet und für die Herausarbeitung der innovationspolitischen Herausforderung für die nationale Innovationspolitik in Deutschland nutzbar gemacht. Zudem wird das Projektteam sich aktiv an diesen internationalen Projekten beteiligen und in Abstimmung mit dem BMBF einer Reihe von Zuarbeiten für einen Länderbericht Deutschland erstellen.

Ausgewählte Publikationen

Gutachten

Egeln, Jürgen, Birgit Gehrke, Harald Legler, Georg Licht, Christian Rammer und Ulrich Schmoch (2007), Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2007, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn, Berlin. Download