Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war im besonderen Maße von der Entstehung und rasanten Verbreitung neuer Technologien geprägt. Neben der Informations- und Kommunikationstechnologie wurde die Biotechnologie als zukünftige, die ökonomischen Produktionsbedingungen verändernde, Technologie diskutiert. Bahnbrechende wissenschaftliche Fortschritte, die Entwicklung und der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien und zahlreiche andere Faktoren bildeten den Nährboden für die Entstehung neuer Geschäftsmodelle in der Biotechnologie. Den Angaben von Ernst & Young zufolge waren Ende 2001 365 Unternehmen mit der Kommerzialisierung moderner Biotechnologie beschäftigt. Ende 1996 lag deren Zahl noch bei circa 110. Weitere 500 Unternehmen sind im Jahr 2001 als Anbieter von Plattformtechnologien bzw. als Ausrüster für Biotechnologieunternehmen tätig.Typisch für die Entstehung der Biotechnologieindustrie ist die Entstehung neuer Geschäftsmodelle (beispielsweise im Hinblick auf die Kundenbeziehungen). Vorreiter spielen hier häufig Venture Capital finanzierte Unternehmen. Neue Finanzierungsformen und neue Geschäftsmodelle gehen Hand in Hand. Zentraler Unterschungsgegenstand des Projektes ist die Analyse der Rolle von Beteiligungskapitalgesellschaften und etablierter Unternehmen als Beteiligungspartner neuer Biotechnologieunternehmen. Ausgangspunkt unserer Analyse ist die BIOCOM Datenbank vom Stand des Jahres 2000. Die für die Untersuchung wesentlichen Angaben, die Informationen zur Beteiligungsstruktur, liegen nicht vor und werden unter Zuhilfenahme der Informationen der ZEW-Gründungspanel generiert. Erste empirische Analysen legen nahe, dass sich Beteiligungskapitalgesellschaften deutlich öfter in hochinnovativen Biotechnologieunternehmen mittels einer Beteiligung engagieren als es etablierte Unternehmen tun. 37 Prozent der Entwickler medizinischer Anwendungen erhielten Finanzmittel von Beteiligungskapitalgesellschaften. Diesen kommt demnach eine hohe Bedeutung als Finanzier hochinnovativer Biotechnoligieunternehmen zu. Im Gegensatz dazu engagieren sich etablierte Unternehmen stärker in Unternehmen auf vorgelagerten Wertschöpfungsstufen.Mit diesem Projekt wurden nicht nur wesentliche Verbindungen zwischen Beteiligungen und Unternehmen aufgezeigt, sondern auch die Rolle der Regionen und die spezifische Förderung untersucht. Die Rolle des Risikokapitals wurde dabei besonders herausgestellt.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Heneric, Oliver (2007), Herausforderung Biotechnologie, LLL:citation.label.volume 83, Nomos, Baden-Baden.