Die Europäische Kommission hat 2013 ein sogenanntes „Country-by-country Reporting“ (CbCR) für europäische Finanzinstitutionen eingeführt, das die jährliche Veröffentlichung bestimmter steuerlich relevanter Informationen, aufgeschlüsselt nach Ländern, vorschreibt. Diese Daten sollen Steuerverwaltungen helfen, Steuervermeidung aufzudecken, und öffentlichen Druck auf die Firmen ausüben, damit diese ihren gerechten Anteil an Steuern in den Ländern, in denen sie tätig sind, zahlen. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen der Einführung dieses CbCR auf die betroffenen Institutionen zu untersuchen. Es soll gezeigt werden, inwiefern die Einführung der CbCR-Regeln das Gewinnverlagerungsverhalten von europäischen Finanzinstitutionen beeinflusst hat. Dies erlaubt, Rückschlüsse hinsichtlich der Frage nach den Implikationen von erhöhter Transparenz sowie der Effizienz von CbCR zu ziehen. Im Rahmen des Projekts soll außerdem untersucht werden, inwiefern der Kapitalmarkt auf die neuen Offenlegungspflichten reagiert hat. Hierzu soll geprüft werden, ob sich die Einführung von CbCR für europäische Banken in den Aktienkursen der betroffenen Unternehmen zu verschiedenen Zeitpunkten des Gesetzgebungsverfahrens niedergeschlagen hat. Diese Fragestellungen sind insbesondere vor dem Hintergrund der zahlreichen aktuellen Initiativen, die verschiedene Formen des CbCR vorschlagen, von Bedeutung.