Im Zuge der Tertiärisierung der Wirtschaft ist seit längerer Zeit eine kontinuierliche Zunahme des Dienstleistungsanteils an der Bruttowertschöpfung und Gesamtbeschäftigung in den hochindustrialisierten Staaten Europas, den USA und Japan zu beobachten. Diese überproportionale Entwicklung des Dienstleistungssektors lag in den vergangenen Jahrzehnten auch in Österreich vor. Unternehmensgründungen tragen entscheidend zur "Modernisierung" und zunehmenden Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensbestandes und so zum Strukturwandel einer Volkswirtschaft bei. Zielsetzung dieser Studie war es, die Dynamik des Gründungsgeschehens im tertiären Sektor in Österreich, die intrasektorale Struktur der Neugründungen sowie den Beitrag technologie- und wissensintensiver Dienstleistungsgründungen zum Strukturwandel zu untersuchen. Als Datenbasis der Untersuchung diente das ZEW-Gründungspanel Österreich. Die regionale Verteilung der Gründungen im tertiären Sektor weist ein ausgeprägtes Zentrum-Peripherie-Gefälle in Österreich auf. Mit zunehmender Verdichtung der Regionen nimmt die Gründungsneigung zu. Vor allem im wissensintensiven, aber auch im übrigen unternehmensnahen Dienstleistungsbereich sind erhebliche Unterschiede zwischen Regionstypen zu erkennen. Die zwischen den Kreisen variierende Gründungshäufigkeit kann neben den verschiedenen Indikatoren zum regionalen Gründer- und Nachfragepotenzial auch mit der unterschiedlichen Infrastrukturausstattung in den Bezirken erklärt werden. Hervorzuheben sind die positiven Zusammenhänge zwischen der Gründungszahl wissensintensiver Dienstleister und den Beschäftigtenanteilen der eigenen Branche wie auch ?moderner? Industriebranchen. Eine geringere Gründungsneigung ist in der Nähe zur Grenze zu den mittel- und osteuropäischen Staaten sowie in solchen Bezirken zu beobachten, in denen kein Technologie- und Gründerzentrum existiert.

Ausgewählte Publikationen

Projektzeitraum

01.03.1998 - 28.02.1999

Kontakt
Projektteam

Jürgen Egeln (Leitung)
Dr. Matthias Almus
Prof. Dr. Dirk Engel
Helmut Gassler

Auftraggeber

Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr, Wien, AT