In vielen Ländern Europas gelten junge technologieorientierte Unternehmen (TOU) als Hoffnungsträger bei der Bewältigung des Strukturwandels. Mit ihnen verbinden sich Innovationen und die Erwartung von mehr Wachstum und Beschäftigung als in traditionellen Industrien. Aufgrund der kleinen nationalen Heimatmärkte bietet es sich europäischen Unternehmen an, frühzeitig ins Ausland zu expandieren. Die Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit der London Business School durchgeführt wurde, sollte zu einem besseren Verständnis des Internationalisierungsprozesses in jungen innovativen Unternehmen beitragen. Die Kernfrage der Studie lautete: Auf welche Art und Weise und unter welchen Umständen gelingt es TOU, trotz ihrer knappen finanziellen und personellen Ressourcen international tätig zu werden? Aus der schriftlichen Befragung, an der rund 600 deutsche und britische technologieorientierte Gründungen teilnahmen, geht hervor, dass mehr als 60 Prozent der Firmen bereits in den ersten acht Jahren ihrer Geschäftstätigkeit international aktiv sind. Ein Großteil zählt sogar zu den so genannten Born Globals, d. h. sie sind von Anfang an auf ausländischen Märkten vertreten. Ein Vergleich zwischen Unternehmen, die auf den Heimatmarkt beschränkt sind, und international tätigen Firmen lässt deutliche Unterschiede hinsichtlich der Unternehmensgründer und produktspezifischer Merkmale erkennen. Internationale Unternehmen führen regelmäßig FuE-Aktivitäten durch und suchen Marktvorteile durch technologiegestützte Produktdifferenzierungen. Gleichzeitig verfügen die Gründer international tätiger Unternehmen weitaus häufiger über Arbeitserfahrung im Ausland oder in international tätigen Großunternehmen. Für die Produkteigenschaften lässt sich die Faustformel aufstellen: Je höher der kundenspezifische Anpassungsaufwand, desto eher bleibt man auf dem vertrauten Heimatmarkt. Trotz der generellen Ähnlichkeit der britischen und deutschen Hightech-Gründungen werden bei einer Detailbetrachtung in den Strategien und Verhaltensweisen der Unternehmen Einflüsse der nationalen Innovationssysteme sichtbar: So führen häufig Messebegegnungen, Referenzen oder die Vermittlung über Großkunden deutsche Unternehmen ins Ausland (reaktive Internationalisierung). Demgegenüber konzentrieren sich britische Manager schon bei der Produktentwicklung auf die Vermarktung im Ausland (proaktive Internationalisierung).

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Bürgel, Oliver, Andreas Fier, Georg Licht und Gordon Murray (2001), Führt frühzeitige Internationalisierung zu einem höheren Erfolg von High-Tech Unternehmensgründungen? - Empirische Ergebnisse für Großbritannien und Deutschland, in: Joachim Merz Existenzgründung 2 - Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 73-92.

Discussion Papers und Working Papers

Bürgel, O., Andreas Fier, Georg Licht, G. Murray und E. A. Nerlinger (1998), The Internationalisation of British and German Start-Up Companies in High-Technology Industries, ZEW Discussion Paper No. 98-34, Mannheim. Download

Projektzeitraum

31.08.1997 - 31.07.2000

Kontakt
Kooperationspartner

Apax Partners and Co. Ventures Ltd., London, UK
Department of Trade and Industry, London, UK
Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn, DE
Dr. Gordon Murray, London Business School, London, UK
Prof. Dr. David J. Storey, London Business School, London, GB