Seit der Einführung des Euro gibt es in Europa eine einheitliche Geldpolitik. Im Gegensatz hierzu werden Banken, und allgemein Finanzmärkte und -institutionen, größtenteils national beaufsichtigt. Ebenso bestehen im Finanzmarktbereich weiterhin erhebliche Regulierungsdifferenzen zwischen den Mitgliedsstaaten der EU. Diese resultieren einerseits aus unterschiedlicher Gesetzgebung und andererseits aus Unterschieden in der administrativen Umsetzung. Durch die Erweiterung der EU auf nunmehr 25 Mitgliedsstaaten hat sich die Relevanz potenzieller Unterschiede in der Regulie-rung und Aufsicht von Banken noch erhöht. Auch bedeutet die stark qualitative Ausrichtung von Basel II, dass die einzelnen Nationalstaaten eher mehr Spielraum bei der Umsetzung der neuen Eigenkapitalrichtlinien haben. Dies könnte - trotz besserer Ansätze zur Risikomessung - Regulie-rungsdifferenzen weiter verstärken. Ziel des Projektes ist es, die Auswirkungen dieser Regulierungs- und Aufsichtsdifferenzen zu unter-suchen. Dabei konzentriert sich das Forschungsvorhaben auf die Auswirkungen bezüglich des Ban-kenverhaltens (z.B. Regulierungsarbitrage), die Integration der Finanzsektoren in der EU sowie die Stabilität des Bankenmarktes.Im ersten Analyseschritt soll das Ausmaß der Unterschiede in der Regulierung der Banken inner-halb der EU abgeschätzt werden. Darauf aufbauend werden in zwei empirischen Analyseteilen die Folgen von Unterschieden bei Regulierung und Aufsicht untersucht. Im ersten Analyseteil werden die Folgen in Bezug auf die Integration der Finanzmärkte analysiert, wobei besonders die verschiedenen Kanäle der Integration betrachtet werden. Der zweite Analyse-teil widmet sich den Konsequenzen für die Stabilität des Bankenmarktes in der EU. Abschießend ist zu klären, welche Schlussfolgerungen sich für die Fortentwicklung des europäi-schen Regulierungs- und Aufsichtssystems ergeben.