Die Erwärmung des Erdklimas stellt aufgrund der vielfältigen Auswirkungen auf Mensch und Natur eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft dar. Jedoch sind nationale Maßnahmen zur Eindämmung des anthropogenen Klimawandels allein nicht ausreichend. Notwendig sind vielmehr auch internationale Abkommen zur Reduktion von Treibhausgas- und insbesondere CO2-Emissionen, deren Einführung, Durchsetzung und Einhaltung sich allerdings als sehr schwierig erweisen. So erfordern solche Abkommen die Koordination und Kooperation vieler heterogener Akteure (d.h. Länder). Dabei kann angenommen werden, dass souveräne Staaten nur dann in internationalen Klimaverhandlungen kooperieren, wenn dies für jedes Land ökonomische Vorteile bringt oder ggf. entstehende Nachteile durch positive Effekte in anderen Politikfeldern aufgewogen werden. Da die Kosten und Nutzen von Emissionsreduktionen sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die historische Verantwortung für CO2-Emissionen regional sehr unterschiedlich sind, spielt die Wahrnehmung von Fairness und erechtigkeit eine große Rolle. Daher analysierte das vorliegende Projekt den Einfluss von Gerechtigkeitsnormen bei der Verteilung globaler CO2-Emissionsrechte in internationalen Klimaverhandlungen, ein Aspekt der bisher nur selten ökonomisch untersucht wurde. Insbesondere lagen zu diesem Themenbereich nur sehr wenige empirische Analysen vor. Vor allem sollte die Akzeptanz von Gerechtigkeitsprinzipien als Grundlage für freiwillige Kooperationen betrachtet werden. Ein  Augenmerk lag hier auf der Frage, inwieweit die Heterogenität der beteiligten Akteure entlang verschiedener Dimensionen (wie z.B. ökonomische Leistungsfähigkeit, Kosten und Nutzen von Emissionsreduktionen, Bevölkerungsgröße) effektive internationale Klimaabkommen auf der Basis von Gerechtigkeitsnormen erlauben und welche Akteure einer solchen Kooperation zustimmen.