Erfahrungen aus den USA und auch aus einigen europäischen Ländern belegen, dass die institutionelle Ausgestaltung der Altersicherungssysteme einen wesentlichen Einfluss auf die Venture Capital (VC) Märkte haben kann. Die deutsche Rentenreform bedeutet einen Schritt in Richtung einer nicht staatlichen Altersversorgung und der Umgewichtung von einer umlagefinanzierten zu einer kapitalgedeckten Alterssicherung. Ab dem Jahr 2002 sollen Ersparnisse für die Altersvorsorge in bestimmtem Umfang durch Zulagen und Steuerbefreiung unterstützt werden. Eine erhöhte Bedeutung des Kapitaldeckungsverfahrens zur Finanzierung der Altersrenten führt üblicherweise zu zusätzlichen Mittelzuflüssen in die Kapitalmärkte. Wir nehmen an, dass ein Teil des Mittelaufkommens, das in Deutschland durch die Rentenreform induziert wird, auch dem deutschen Venture Capital-Markt zukommen dürfte. Ziel unserer Studie ist es, die Höhe der in den nächsten Jahren zusätzlich in den Venture Capital-Markt fließenden Mitteln zu schätzen. Wir erstellen drei Szenarios hinsichtlich der zusätzlichen Kapitalflüssen, die durch die Rentenreform induziert werden. Diese zusätzlichen Kapitalanlagen werden entsprechend den vier geförderten Bereichen "Kreditinstitute", "Versicherungen", "Kapitalanlagegesellschaften" und "selbstgenutzter Wohnungsbau" aufgeteilt. Wir untersuchen in der Studie die Anlagerestriktionen für institutionelle Investoren (Banken, Lebensversicherungen, Kapitalanlagegesellschaften) und leiten daraus ab, in welchem Umfang diese Investoren in Venture Capital anlegen dürfen. Wir analysieren außerdem ihre tatsächliche Anlagepolitik in Bezug auf Venture Capital. Basierend auf diesen Daten schätzen wir die Höhe der durch die Rentenreform ausgelösten zusätzlichen Kapitalflüsse in die VC-Branche. Dabei gehen wir auch auf die zukünftige Rolle der deutschen Pensionsfonds ein.

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