In seinem Jahresgutachten 2003/04 hat der Sachverständigenrat als eine Option für eine grundlegende Steuerreform in Deutschland den Übergang zu einer Dualen Einkommensteuer zur Diskussion gestellt. Mit Schreiben vom 23. Februar 2005 haben die Bundesminister der Finanzen, Hans Eichel, und für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, den Sachverständigenrat beauftragt, eine "Expertise über die ökonomischen Auswirkungen einer Unternehmensteuerreform auf Investitionen, Wachstum und Arbeitsplätze zu erstellen. Für die Duale Einkommensteuer wären dabei insbesondere Fragen des Steuerrechts und der Steuertechnik sowie die Behandlung möglicher Übergangsprobleme als Folge des Systemwechsels von großem Interesse". Bei der Erarbeitung dieser Expertise könne der Sachverständigenrat "externe Unterstützung" hinzuziehen.

Der Sachverständigenrat hat die angeforderte Expertise in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut (MPI) für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, München, und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, bearbeitet. Die Expertise enthält neben Gründen, die für die Einführung einer Dualen Einkommensteuer sprechen, eine detailliert ausgearbeitete Konzeption eines solchen Steuersystems für Deutschland unter Angabe ausformulierter Gesetzestexte. Zur Untersuchung der Steuerwirkungen einer Dualen Einkommensteuer beinhaltet die Expertise darüber hinaus umfangreiche quantitative Steuerbelastungsanalysen mittels der am ZEW verwendeten Instrumente zur Messung effektiver Steuerbelastungen (European Tax Analyzer und Devereux-Griffith Modell).