In diesem Projekt wurden Aspekte der Umgestaltung des deutschen Hochschulsektors hin zu mehr Wettbewerb untersucht. Das Projekt hatte insgesamt zwei Phasen. In der ersten Projektphase wurde die unterschiedliche Ausgestaltung der Studienprogramme durch die Hochschulen als das Ergebnis einer strategischen Positionsentscheidung der Hochschulen im Wettbewerb aufgefasst. Die Auswirkungen der Lösung von Interessenskonflikten auf die Qualität der Studiengänge wurden allgemein mit der Prinzipal-Agenten-Struktur zwischen Verwaltung, wissenschaftlichem Lehrkörper und universitären Aufsichtsgremien in Verbindung gebracht. In der zweiten Projektphase erfolgte eine stärkere Fokussierung auf spezifische Problemstellungen:

1) Durch Adaption und Umsetzung vorhandener theoretischer Modelle in ökonometrische Modelle wurde empirisch untersucht, welche Qualifikationsprofile sich besonders günstig auf den Erfolg von neu gegründeten Unternehmen auswirken. Ziel war es, universitäre Ausbildungsprofile zu identifizieren, die erfolgreiche Unternehmensgründungen begünstigen. Als theoretisches Modell wurde zum einen das „Jack-of-all-Trades“-Modell herangezogen, nach dem insbesondere jene Personen gründen, die ein ausgeglichenes Qualifikationsprofil aufweisen. Zum anderen wurden die Implikationen eines Modells herausgearbeitet, nach dem Unternehmensgründungen in der Regel durch ein Team aus Spezialisten erfolgen. Es zeigt sich, dass Unternehmen, die von Personen gegründet wurden, die mehrere Fächer studiert haben, kein höheres Beschäftigungswachstum aufweisen als Unternehmen, deren Gründer nur ein Fach belegt haben. Genauso wachsen Unternehmen, die von einem interdisziplinären Team gegründet werden, nicht stärker als Unternehmen, dessen Gründer alle denselben fachlichen Hintergrund haben. Relevant für das Wachstum junger Unternehmen ist allerdings, dass sie im Team, unabhängig von der konkreten Zusammensetzung, gegründet werden. Weiterhin ließ sich feststellen, dass Gründer tendenziell Partner gleicher Fachrichtung und gleichen Fähigkeitsniveaus suchen. Individuen, die in den ersten Jahren des Bestehens der Unternehmen eingestellt werden, weisen jedoch ein anderes Fähigkeitsniveau auf, als die Gründer.

2) Die Auswirkungen von Interessenskonflikten auf die Qualität der akademischen Ausbildung wurden vor dem Hintergrund der fachlichen Qualifikation von Akkreditierungsagenturen analysiert. Akkreditierungsagenturen sind für die Bundesrepublik neue Akteure des Qualitätssicherungssystems im Hochschulbereich, die durch einen politisch besetzten Akkreditierungsrat bestellt werden. Im Rahmen einer theoretischen Arbeit wurde die Gefahr der Vereinnahmung des Akkreditierungsrates durch die Akkreditierungsagenturen und die optimale Eigentumsstruktur der Agenturen als Anbieter einer Dienstleistung in einem Markt untersucht.

Das Forschungsprojekt war Teil der von der DFG geförderten Forschergruppe "Heterogene Arbeit: Positive und Normative Aspekte der Qualifikationsstruktur" an der Universität Konstanz und am ZEW.

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers

Müller, Bettina (2009), Ability Matching and Survival of Start-Ups, ZEW Discussion Paper No. 09-041, Mannheim. Download

Müller, Bettina (2006), Human Capital and Successful Academic Spin-Off, ZEW Discussion Paper No. 06-081, Mannheim. Download