Dieses Kooperationsprojekt mit dem Zentrum für Finanzen und Ökonometrie an der Universität Konstanz untersucht das Risiko eines Fremdkapitalgebers oder eines Geschäftspartners bei der Kreditvergabe bzw. beim gemeinsamen Geschäftsabschluss. Im Gegensatz zu bestehenden Arbeiten geht es nicht darum, lediglich die Wahrscheinlichkeiten einer Liquiditätsschwäche bestimmter Unternehmenstypen zu schätzen, vielmehr soll die gesamte Historie der Kreditbeziehungen eines Unternehmens analysiert werden. Im Unterschied zu bislang existierenden Arbeiten werden also konditionale Ausfallwahrscheinlichkeiten geschätzt, eben konditional auf den Finanzzustand eines Unternehmens in der Vorperiode. Es wird untersucht, welche beobachtbaren ökonomischen Bestimmungsfaktoren das Auftreten einer Veränderung des Finanzzustands (z. B. fehlende Skontoausnutzung, Zahlungsverzug oder Haftanordnung) bewirken.
Grundlage der empirischen Analysen bildet das ZEW-Gründungspanel Ost.
Frühere Studien haben gezeigt, dass die Konkurswahrscheinlichkeit eine starke konjunkturelle Komponente besitzt. Um solche konjunkturellen Einflüsse zu berücksichtigen, werden zusätzlich zu den Daten des Gründungspanel Ost auch Informationen aus der ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage bei Unternehmensnahen Dienstleistern herangezogen. In diesem Zusammenhang wurde bereits ein Konjunkturindikator für den Wirtschaftszweig Unternehmensnahe Dienstleistungen entwickelt, der im April 1998 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Die ökonometrische Analyse stützt sich auf Markovkettenmodelle, die - im Gegensatz zu den traditionellen Markovketten - erklärende Variablen zulassen. In einer Erweiterung wird unbeobachtbare Firmenheterogenität mittels eines simulierten Maximum-Likelihood-Ansatzes mitberücksichtigt.

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers