In dem Projekt soll das Verständnis arbeitnehmerseitiger und arbeitgeberseitiger Heterogenität vertieft und insbesondere der Effekt von Heterogenitäten auf Löhne, Produktivität, Jobwechselverhalten und Arbeitsnachfrage untersucht werden. Die Analyse der heterogenen Effekte von Weiterbildung auf die Arbeitnehmer soll um eine Analyse der Effekte auf die Unternehmensproduktivität und die Aufteilung der Weiterbildungsrendite zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern erweitert werden. Außerdem soll die Mobilitätsentscheidung der Arbeitnehmer und deren Effekt auf das Verdienstprofil untersucht und die Effekte von Mobilität auf das Ausbildungsverhalten der Betriebe sowie die heterogene Arbeitsnachfrage modelliert werden.Bei der Messung der Effekte von unterschiedlichen Weiterbildungsmaßnahmen sollen neben heterogenen Lohn- auch heterogene Produktivitätseffekte erfasst werden. Hierbei wird dem Selektionsproblem in Weiterbildung Rechnung getragen. Für die Ausbildungsentscheidung der Firmen planen wir den Aufbau sowie die empirische Umsetzung eines entscheidungstheoretischen Modells zur Identifikation privater und sozialer Renditen der Ausbildung, das auch eine Abgrenzung unterschiedlicher Ausbildungsmotive der Firmen ermöglicht. Analysen zur Effizienz und der Notwendigkeit staatlicher Eingriffe bei Aus- und Weiterbildungsentscheidungen runden diesen Teil ab.Heterogenitäten spielen auch im Zusammenhang mit Mobilität und Arbeitsnachfrage eine wichtige Rolle. Aufbauend auf neuen theoretischen Hypothesen steht daher eine eingehende Untersuchung von Mobilität und Verdienstprofilen auf unserem Arbeitsprogramm. Erkenntnisse über arbeitnehmerseitige Heterogenität und Mobilitätsentscheidungen werden genutzt, um theoretische und empirische Gleichgewichtsbetrachtungen im Rahmen von Arbeitsnachfrageschätzungen unter Berücksichtigung unvollständiger Information zu entwickeln. Hierbei wird auch institutionellen Rahmenbedingungen, wie der Tarifautonomie, durch Berücksichtigung eines gewerkschaftlichen Entscheidungskalküls Rechnung getragen. Dieser theoretische Rahmen erlaubt uns auch, internationale Unterschiede in Arbeitslosigkeitsentwicklungen und Lohnungleichheiten vor dem Hintergrund unterschiedlicher Arbeitsmarktinstitutionen zu beleuchten.