Auch in der gegenwärtigen Phase hoher Arbeitslosigkeit wird in der Industrie und der Wissenschaft der Fachkräftemangel in einzelnen Sektoren als ein erstrangiges Innovationshemmnis beschrieben. Das Problem des Fachkräftemangels wird sich in einem wirtschaftlichen Aufschwung in den kommenden Jahren, u.a. aufgrund eines hohen Ersatzbedarfs, verschärfen. Technik-relevante Studienfächer der Natur- und Ingenieurwissenschaften verzeichnen nach einem erheblichen Rückgang seit Ende der neunziger Jahre zwar wieder einen Anstieg der Zahl der Studienanfänger. Allerdings kann dieser nicht mit dem allgemeinen Anstieg der Studienanfänger Schritt halten.

Aus dieser Problematik ergeben sich die grundlegenden Fragestellungen des Projekts:

  • Was begünstigt den Wunsch von Studienberechtigten nach Wahl eines Ingenieurstudiums, zunächst unabhängig davon, ob dieser Wunsch auch umgesetzt wird?
  • Was hält die nachrückenden Jahrgänge von Studienberechtigten von einer wieder vermehrten tatsächlichen Wahl eines Ingenieurstudiums ab und - umgekehrt - was begünstigt die Wahl bei denen, die sich für ein solches Studium entscheiden?
  • Inwiefern unterscheidet sich hiervon die Attraktivität bzw. Nicht-Attraktivität von naturwissenschaftlichen Studiengängen für studienberechtigte Schulabsolventen?
  • Wie hoch ist das grundsätzlich mobilisierbare Potenzial an jungen Frauen und Männern für ein Ingenieurstudium?

Zur Beantwortung der Fragen werden Datensätze aus repräsentativen Untersuchungen der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) von Studienberechtigtenjahrgängen mit Themenschwerpunkten im natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereich herangezogen. Zentrale Grundlage ist die Befragung der Studienberechtigten des Schuljahres 2002 zur nachschulischen Studien-, Berufsausbildungs- und Berufswahl. Um Veränderungen im Zeitablauf feststellen zu können, werden auch Datensätze aus früheren Untersuchungen die von HIS für die Studienberechtigten der Jahrgänge 1980 und 1994 durchgeführt wurden, ausgewertet.

Die Wahl eines Studienfaches ist eine komplexe Entscheidung, die in mehreren Stufen getroffen wird. Zur Modellierung der Entscheidungsstruktur werden genestete multinomiale Logit-Modelle eingesetzt.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Heine, Christoph, Jürgen Egeln, Christian Kerst, Elisabeth Müller und Sang-Min Park (2006), Ingenieur- und Naturwissenschaften: Traumfach oder Albtraum?, LLL:citation.label.volume 81, Nomos, Baden-Baden.