Das Projekt untersuchte die wesentlichen Bestimmungsgründe für die Beschäftigungsentwicklung bei Banken, Versicherungsunternehmen und sonstigen Finanzdienstleistern in der Vergangenheit und die Beschäftigungsperspektiven für die nächsten fünf Jahre. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass keineswegs von einem einheitlichen Trend zum Beschäftigungsabbau im deutschen Finanzgewerbe die Rede sein kann. Vielmehr gilt es deutlich nach Qualifikationsgruppen und Einsatzbereichen zu unterscheiden.

Die Analysen zu den Ursachen für die Beschäftigungsentwicklung in der Vergangenheit zeigen, dass die Gründe für diese divergierende Entwicklung sowohl in den Arbeitskosten als auch im Technologieeinsatz zu sehen sind. Denn eine Lohnkostenerhöhung hatte bei Geringqualifizierten stärkere negative Auswirkungen, als dies bei Höherqualifizierten der Fall war. Hinzu kommt, dass gegensätzliche Zusammenhänge zwischen Technologieeinsatz und Beschäftigung in verschiedenen Qualifikationsgruppen zu beobachten sind: Während die Beschäftigung Hochqualifizierter mit steigendem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zunimmt, haben vor allem die Niedrigqualifizierten die negativen Folgen dieser Rationalisierungsanstrengungen zu tragen.

Experten von Banken, Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleister wurden nach ihren Einschätzungen für die Beschäftigungsentwicklung in den kommenden fünf Jahren gefragt. Danach ist durchaus mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau bei Hochqualifizierten zu rechnen. Im Gegensatz dazu werden die Beschäftigungsanteile von Mitarbeitern ohne formale Berufsausbildung sinken. Ingesamt ist gleichwohl ein Stellenabbau zu erwarten.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Gerke, Wolfgang, Carlo Beck, Ralf Peters, Daniel Schäffner, Michael Schröder und Peter Westerheide (2001), Beschäftigungsperspektiven im Finanzsektor, LLL:citation.label.volume 58, Nomos, Baden-Baden.