Das Projekt soll bei der Erklärung helfen, warum Arbeitnehmer innerhalb desselben Betriebes unterschiedliche Beschäftigungsdauern realisieren. Neben herkömmlichen, vor allem aus Such- und Matching-Modellen sowie aus der Humankapitaltheorie abgeleiteten Ansätzen wird dabei auch der empirische Stellenwert der neueren Theorien der Arbeitssegmentierung ins Blickfeld gerückt. Dabei soll bestimmt werden, in welchem Maße kurzfristige und langfristige Beschäftigungsverhältnisse auf betrieblicher Ebene miteinander koexistieren und ob sich dieses Nebeneinander auf bestimmte Segmente des Arbeitsmarkts konzentriert. Nicht zuletzt soll das Projekt helfen, die Rolle von Institutionen bei der Teilung der Arbeitswelt in geschützte und instabile Bereiche zu ermitteln. In der ersten Projektphase wurden auf der Basis eines Linked-Employer-Employee-Datensatzes die betrieblichen und individuellen Determinanten des Abgangs aus Beschäftigungsverhältnissen untersucht. Bei den Abgängen wurde auch zwischen verschiedenen Zielzuständen (anderer Arbeitgeber, Arbeitslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit) unterschieden. Die Ergebnisse weisen unter anderem auf einen deutlichen Einfluss bestimmter institutioneller Merkmale für bestimmte Personengruppen hin. Beispielsweise erhöht ein Betriebsrat die Beschäftigungsdauer nur von Arbeitern, nicht jedoch von Angestellten. Auf der Grundlage von Quantilsregressionen zeigt sich ferner, dass sich einige Einflüsse über die Laufzeit des Beschäftigungsverhältnisses abschwächen, andere verstärken.In der zweiten Projektphase wurde die Wirkung von Kündigungsschutzregelungen auf individuelle Beschäftigungsdauern sowie der Einfluss von Konjunkturzyklen auf die Beschäftigungsstabilität auf Betriebsebene analysiert. Bei ersterem zeigt sich, dass das Kündigungsschutzgesetz neue Beschäftigungsverhältnisse in kleinen Betrieben stabilisiert. Betrachtet man sich betriebliche Anpassungsprozesse im Konjunkturzyklus, findet man einen beachtlichen Einfluss auf die Schaffung und Zerstörung von Stellen aber auch auf Einstellungen und Beendigungen von Arbeitsverhältnissen im Allgemeinen.Ziel der dritten Projektphase soll sein, die bisher erworbenen Forschungsergebnisse weiterzuführen. In einem ersten Schritt soll ein Ansatz entwickelt werden, wie mit der Endogenität der Löhne in Mobilitäts- bzw. Verweildaueranalysen umgegangen werden kann. Im zweiten Teil soll der Frage nachgegangen werden, ob die festzustellenden Wirkungen und der Grad der Mobilität insgesamt positiv oder negativ zu bewerten ist. Fehlt es, wie vielfach behauptet wird, an betrieblicher Mobilität, oder führen insbesondere die unfreiwilligen Mobilitätsprozesse zu Einbußen an Effizienz?

Ausgewählte Publikationen

Beiträge in referierten Fachzeitschriften

Boockmann, Bernhard, Daniel Gutknecht und Susanne Steffes (2008), Die Wirkung des Kündigungsschutzes auf die Stabilität “junger“ Beschäftigungsverhältnisse, Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung 2/3, 347-364.

Discussion Papers und Working Papers

Boockmann, Bernhard und Tobias Hagen (2005), Fixed-term Contracts as Sorting Mechanisms: Evidence From Job Durations in West Germany, ZEW Discussion Paper No. 05-85, Mannheim, LLL:citation.label.journal: Labour Economics, Bd. 15.2008, 5, S. 984-1005. Download