Es gibt inzwischen weitreichende Evidenz dafür, dass die Einführung von IKT erheblich zum Produktivitätswachstum in Industrienationen beigetragen hat. Generell erlaubt die Nutzung von IKT den Unternehmen, ihre interne Organisation neu zu gestalten und neue Produkte und Dienstleistungen einzuführen. In manchen Fällen wurde dieser Prozess der Unternehmensreorganisation von der Auslagerung IKT-naher Prozesse begleitet. IKT-Auslagerungsstrategien sind allerdings auch mit Kosten verbunden, die im Zusammenhang mit der wachsenden Komplexität von IKT-Lösungen stehen. Deshalb ist es nicht überraschend, dass die Nachfrage nach IKT-Beratungsdienstleistungen in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Anstieg verzeichnet hat.

Dieses Projekt untersuchte den Zusammenhang zwischen externer IKT-Beratung und der Entscheidung IKT-nahe Prozesse auszulagern. Als Datenbasis hierfür diente eine repräsentative Stichprobe deutscher Unternehmen, die im Zuge einer umfangreichen Unternehmensbefragung (ZEW IKT-Umfrage) in den Jahren 2003 und 2006 von der IKT-Forschungsgruppe des ZEW erhoben wurde. Insbesondere analysierte das Projekt den gemeinsamen Einfluss von IKT-Beratung und der Entscheidung IKT auszulagern, auf die Arbeitsproduktivität der Unternehmen.

Die Resultate zeigen, dass ausgelagerte IKT-Beratung im Jahr 2003 eine wichtige Determinante der IKT-Auslagerungsintensität einer Firma im Jahr 2006 darstellt. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass IKT-Beratung Information und Wissen über IKT-Lösungen bereitstellt, die innerhalb der Firma gebraucht wird, und, dass dieses Wissen es den Unternehmen dann erlaubt, ihre IKT-Auslagerungsstrategie festzulegen. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass, obwohl die Auslagerung von Hardware- und Softwareinstallation die Arbeitsproduktivität einer Firma positiv beeinflusst, wenn sie gemeinsam mit externer IKT-Beratung stattfindet, eine generelle IKT-Auslagerungsentscheidung keinerlei Komplementarität zu IKT-Beratung in ihrem Einfluss auf Arbeitsproduktivität aufweist. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass sich diese Ergebnisse nur auf die Zeitspanne von 2003 bis 2006 beziehen und man deshalb nicht ausschließen kann, dass Unternehmen eventuell einen längeren Zeitraum brauchen, um von der Komplementarität zwischen IKT-Beratung und -Auslagerung zu profitieren.