Das Forschungsprojekt untersucht, wie Unternehmen und Arbeitnehmer langfristig auf die Einführung des Mindestlohns reagieren. Ausgangspunkt für das Projekt sind die jüngsten technologischen Entwicklungen, dank derer Unternehmen Arbeit durch relativ günstiges Kapital ersetzen oder Produktionsschritte an kostengünstigere Unternehmen auslagern können. Jedoch ist immer noch wenig darüber bekannt, wie sich die Einführung von Mindestlöhnen auf die Kapitalintensität und die Produktionsabläufe von Unternehmen sowie auf die Löhne und Beschäftigungssituation von Arbeitnehmern in den Unternehmen auswirkt.
Zu den Forschungsleitfragen zählen:
(1) Werden Unternehmen in den betroffenen Branchen nach Einführung des Mindestlohns kapitalintensiver oder lagern sie Produktionsschritte aus?
(2) Sind solche Veränderungen eher bei neugegründeten oder bei alteingesessenen Unternehmen zu beobachten?
(3) Führt der Mindestlohn zur Substitution von Arbeitsplätzen mit Routinetätigkeiten durch Arbeitsplätze mit höherwertigen Tätigkeiten?
(4) Wechseln Arbeitnehmer innerhalb der betroffenen Branchen eher von Routinetätigkeiten zu höherwertigen Tätigkeiten oder scheiden sie ganz aus den Mindestlohn-Branchen aus?
(5) Welche Arbeitnehmer sind am meisten von diesen Veränderungen betroffen?