Seit Beginn der EWU ist in den Ländern der Eurozone die Geldpolitik zentralisiert. Im Gegensatz dazu liegt die Hauptverantwortung in der Bankenaufsicht weiterhin auf der nationalen Ebene. Diese Aufgabenzuordnung ist zunehmend umstritten. Kritiker argumentieren, dass die Regulierungs-Divergenz in der Bankenaufsicht nicht mehr vereinbar sei mit der bereits erreichten Konvergenz etwa in der Geld- und Währungspolitik. Vor diesem Hintergrund steht in diesem Projekt die Frage im Mittelpunkt, ob der institutionelle Status quo der EU-Bankenaufsicht noch geeignet ist, unter den sich schnell wandelnden Umfeldbedingungen die Stabilität des EU-Bankensystems zu gewährleisten. In einem ersten empirischen Analyseschritt soll zunächst geklärt werden, ob das Risiko massenhafter Bankzusammenbrüche ("Systemrisiko") noch eher einen nationalen oder bereits einen europaweiten Charakter aufweist. In institutioneller Hinsicht werden dann vor allem die kooperativen Elemente des EU-Aufsichtssystems (u.a. EZB-Ausschuss für Bankenaufsicht) im Hinblick auf ihre Eignung im Umgang mit grenzüberschreitenden Risiken überprüft. Im theoretischen Analyseteil wird im Rahmen einer Prinzipal-Agenten-Modellierung betrachtet, ob eine Zentralisierung der Bankenaufsicht eher adäquate Regulierungsmaßnahmen erwarten ließe. Abgerundet wird dieser Ansatz durch eine politökonomische Analyse der Systemevolution: Hier wird gefragt, ob eine Konvergenz der EU-Bankenaufsicht durch Zentralisierung dieser Kompetenz zu erwarten ist, wenn man auf das Eigeninteresse der maßgeblichen Akteure abstellt.

Ausgewählte Publikationen

Beiträge in Fachzeitschriften

Discussion Papers und Working Papers