An den internationalen Aktienmärkten kann seit längerem eine zunehmende Institutionalisierung festgestellt werden. Dies bedeutet, dass immer mehr privates Kapital von institutionellen Investoren, wie z. B. Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften und Pensionskassen bzw. -fonds, verwaltet werden. Dadurch verändert sich die Eigentümerstruktur vieler börsennotierten Aktiengesellschaften - immer weniger Investoren besitzen einen immer größer werdenden Anteil des Aktienkapitals. Das Projekt untersuchte in einer ersten Umfrage unter institutionellen Investoren deren Einstellungen und Aktivitäten hinsichtlich des Aktienhandels und der Corporate Governance, d. h. die Einfluss- und Kontrollstrukturen in Unternehmen. In einer zweiten Umfrage wurden deutsche Aktiengesellschaften zu ihren Erfahrungen im Umgang mit den spezifischen Bedürfnissen institutioneller Investoren sowie zur eigenen Corporate Governance befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Thema Corporate Governance am deutschen Kapitalmarkt eine immer höhere Bedeutung erfährt. Im Vergleich zu den angelsächsischen Ländern können jedoch noch keine ähnlich umfangreichen Aktivitäten im Rahmen des so genannten share-holder activism deutscher institutioneller Investoren festgestellt werden. Der Versuch, über persönliche Gespräche, durch Auftritte auf Hauptversammlungen oder Medienpräsenz Druck auf die Unternehmen auszuüben, bleibt vorerst internationalen Institutionellen überlassen. Empirisch konnte gezeigt werden, dass die Aktienmarktliquidität für inländische institutionelle Investoren eine höhere Bedeutung erlangt, um Unternehmen mit einer schlechten Performance zu disziplinieren, als die die Möglichkeit, über Corporate Governance Einfluss auszuüben.

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers

Steiger, Max (1998), Institutionelle Investoren und Corporate Governance - eine empirische Analyse, ZEW-Dokumentation LLL:citation.label.number 98-05, Mannheim. Download

Projektzeitraum

01.07.1998 - 31.08.1999

Kontakt
Projektteam

Prof. Dr. Wolfgang Gerke (Leitung)
Dr. Michael Schröder (Leitung)
Dr. Jens Köke
Dr. Max Steiger

Auftraggeber

Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main, DE
BASF AG, Ludwigshafen, DE