Ziel der Studie war eine vergleichende europäische Analyse der Bestimmungsgründe und Wirkungen von Bildungsinvestitionen auf der individuellen Ebene, wobei ein Schwerpunkt auf dem sekundären Bildungsbereich liegt. Die Arbeit basiert auf einer Literaturübersicht und ergänzenden Studien des ZEW. Die Wirkungen von Bildungsinvestitionen hängen unter anderem von den individuellen Fähigkeiten, von den bereits vorhandenen individuellen Qualifikationen, vom sozialen Hintergrund, von der Qualität der Bildungseinrichtung, von der Dauer der Schulpflicht, von der Finanzierung und dem Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte insgesamt ab. Aus ökonomischer Sicht werden Investitionen in Bildung typischerweise durch ihren Beitrag zur Verbesserung individueller Fähigkeiten, zur Erhöhung der individuellen Produktivität sowie gesamtwirtschaftlich zur Erhöhung des Wohlstandes begründet. Diese traditionelle humankapitaltheoretische Sichtweise ist in den letzten Jahren verstärkt um informationstheoretische Aspekte ergänzt bzw. dadurch in Frage gestellt worden. In Filter- und Sortiermodellen steht nicht der lern- und produktivitätserhöhende Beitrag von Bildung im Vordergrund, sondern dessen Auslesefunktion zur Rekrutierung von Arbeitskräften. Durch Investitionen in Bildung wird ein Zertifikat oder Diplom erworben, das als Signal für ansonsten nicht beobachtete, aber von Arbeitgebern gewünschte Fähigkeiten (wie z. B. Motivation) dient und insofern die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Produktivitätssteigerungen sind somit nicht das einzige Ziel von Bildungsinvestitionen. In der Literatur gibt es zwar einen weitgehenden Konsens dahingehend, dass beide Sichtweisen eine gewisse empirische Relevanz haben. Allerdings wird die Frage, wie hoch der humankapitaltheoretisch begründbare Anteil ist, keineswegs einheitlich beantwortet. Gerade dieser Anteil ist es aber, den die Befürworter einer Ausweitung von staatlichen Bildungsinvestitionen im Auge haben, wenn sie mehr Bildung fordern. Vor allem in den frühen Lebensjahren eines Menschen sind Bildungsinvestitionen geeignet, das Humanvermögen zu entwickeln. Frühe, quantitativ ausreichende und qualitativ hochwertige Bildungsinvestitionen scheinen daher humankapitaltheoretisch von großer Bedeutung.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Pfeiffer, Friedhelm (2001), Training and Individual Performance: Evidence from Microeconometric Studies, in: Pascaline Descy und Manfred Tessaring (Hrsg.) Training in Europe, Second Report on Vocational Training Research in Europe 2000: Background Report, CEDEFOP Reference Series, LLL:citation.label.volume 3 Luxemburg, 7-41.

Projektzeitraum

01.10.1998 - 30.11.1999

Kontakt
Auftraggeber

Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsausbildung, Saloniki, GR