Ziel des Projektes war es, die Konsequenzen der Einführung des Euro für Arbeitslosigkeit und Beschäftigung in Europa festzustellen. Mit dem Wegfall der nationalen Wechselkurse wurden Wechselkursschwankungen und -risiken im Bereich der EWU ausgeschlossen. Empirisch konnte im Projekt bestätigt werden, dass die Wechselkursvolatilität in der Vergangenheit einen negativen Effekt auf die Beschäftigung ausgeübt hat. Problematisch ist nun aber, dass mit dem Euro sowohl der flexible Wechselkurs als auch die nationale Geldpolitik als Anpassungsinstrumente zum Ausgleich konvergierender wirtschaftlicher Entwicklungen weggefallen sind. Zum einen zeigte sich jedoch, dass länderspezifische Störungen in den Kernländern eine deutlich niedrigere Bedeutung haben als gemeinsame Störungen, sodass der länderübergreifende Einsatz der monetären Instrumente ein angemessenes Instrument sein kann. Zum anderen ergaben empirische Untersuchungen der Wirkung der monetären Instrumente in der Vergangenheit, dass Zinsänderungen im Allgemeinen einen positiven Beitrag zum Ausgleich divergierender Entwicklungen leisteten, Wechselkursanpassungen jedoch uneinheitlich wirkten. In den Kernländern der EWU wirkten die Instrumente seit dem Ende der Achtzigerjahre jedoch gar nicht mehr oder kaum als "shock absorber", sodass die Aufgabe dieser Instrumente in den Kernländern auch keinen bedeutenden wirtschaftspolitischen Verlust darstellt. Außerdem zeigte sich in empirischen Analysen, dass in der Währungsunion als alternative regionale Ausgleichsmechanismen sowohl eine gesteigerte Mobilität von Kapital als auch eine moderatere Lohnpolitik zu erwarten sind. Die Arbeitskräftemobilität ist allerdings nach wie vor als gering einzustufen. Auch der Finanzausgleich weist einen quantitativ eher geringen Beitrag zur Stabilisierung auf und ist außerdem mit Fehlanreizen verbunden. Eine gesteigerte Bedeutung wird also vor allem der Arbeitsmarkt- bzw. Lohnflexibilisierung sowie der Kapitalmobilität zukommen.

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