In den Jahren 1991 bis 1998 förderte die Bundesanstalt im Rahmen des Überbrückungsgeldes fast 450.000 Arbeitslose als Teil der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Ziel dieser Politik ist es, die Arbeitslosigkeit durch die Förderung der Selbstständigkeit zu verringern. Bestandteil des Projektes war eine statistische Korrelationsanalyse des Zusammenhangs zwischen Arbeitslosigkeit und Unternehmensgründungen, die Ziehung und ökonometrische Auswertung einer Vergleichsstichprobe zu der §55a-Erhebung des IAB sowie eine Analyse des Wunsches nach einer selbstständigen Erwerbstätigkeit von Arbeitslosen mit den Daten des Mikrozensus 1991, 1993 und 1995. Ergebnis der Korrelationsanalyse ist, dass eine einprozentige Zunahme der regionalen Arbeitslosigkeit zu einer Zunahme der Gründungen um 5,7 % bis 13 % führt. Arbeitslosigkeit führt zu überdurchschnittlich vielen Gründungen im Handel, Reparatur- und Gastgewerbe sowie im Kleinstgewerbebereich. Die Analyse der individuellen Wirkungen des Programms basiert auf einem Vergleich der Existenzgründungen von Arbeitslosen mit Existenzgründungen von sonstigen Personen. Da der Zugang zur Förderung vermutlich nicht zufällig erfolgt, wurden, um den Einfluss der Förderung auf die Unternehmensentwicklung zu bestimmen, ökonometrische Modelle geschätzt, die die Unternehmensentwicklung und die Auswahl zur Förderung simultan bestimmen. Die Schätzergebnisse deuten auf unbeobachtete Selektionseffekte hin. In Bezug auf das Beschäftigungswachstum konnten nach Kontrolle der unbeobachteten Selektionseffekte keine Unterschiede zu den sonstigen Existenzgründungen festgestellt werden. Die Überlebenswahrscheinlichkeit der aus Arbeitslosigkeit gegründeten Unternehmen in den neuen Bundesländern lag allerdings um 6 % niedriger als bei den sonstigen Existenzgründungen. Zwischen 1991 und 1995, so die Analyse des Mikrozensus, ist die Zahl der Personen, die eine Tätigkeit als Selbstständiger suchten, zunächst gefallen und dann wieder gestiegen. Im Jahre 1995 suchten in Deutschland mehr als 5,3 Millionen Personen eine neue Tätigkeit, davon 177.000 oder fast 3 % eine selbstständige. Arbeitslose haben somit einen zunehmenden Anteil an der Zahl der Arbeitsuchenden, die selbstständig werden wollen.

Ausgewählte Publikationen

Beiträge in referierten Fachzeitschriften

Pfeiffer, Friedhelm (2005), Existenzgründungen: Ein Weg zur Beschäftigungsförderung?, Journal for Labour Market Research 38 (2&3), 325-340.

Pfeiffer, Friedhelm (1999), Existenzgründerpotenziale unter Arbeitsuchenden. Empirische Evidenz mit den Daten des Mikrozensus, Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (MittAB) 32 (3), 300-314.

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Pfeiffer, Friedhelm und Frank Reize (1999), Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit und Existenzgründungen, in: Seminar für Handwerkswesen an der Universität Göttingen Aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und Auswirkungen auf das Handwerk, Duderstadt,.

Pfeiffer, Friedhelm (1999), Existenzgründungen und Arbeitsplätze - schaffen oder verdrängen?, in: Evangelische Akademie Arbeit, Arbeit, Arbeit, Bad Boll,.