Neue weltweit erfolgreiche Produkte sind häufig auf einem Regionalmarkt in engem Zusammenspiel mit lokalen Kunden entwickelt worden und setzen sich nach einem Reifeprozess international gegenüber den in anderen Ländern entwickelten Technikspezifikationen durch. Besonders gewichtige Beispiele sind das Fax-Gerät und der digitale Mobilkommunikationsstandard GSM. Ursache für die anfängliche Produktvielfalt zwischen den Ländern ist, dass Nachfragepräferenzen und Nachfragedynamik für neue FuE-intensive Produkte vielfach in den einzelnen Märkten unterschiedlich sind und zu Beginn des Technologielebenszyklus Produkte entwickelt werden, die den lokalen Eigenheiten des Marktes (Umwelt, Wirtschaftsstrukturen, Kultur) am besten entsprechen. In vielen Fällen übernehmen allerdings andere Länder im Laufe der Zeit die Nachfragepräferenzen von Märkten, die eine besonders dynamische Weiterentwicklung dieser Produkte unterstützen. Derartige Märkte lassen sich als führende Märkte (Lead-Markets) bezeichnen. Die Identifizierung führender Märkte ist für Unternehmen, die Produkte für den Weltmarkt entwickeln wollen oder müssen, ein wichtiger Beitrag zur Forschungs- und Technologiestrategie. Sie kann sogar zu einer zentralen Aufgabe für die Standortwahl einzelner Innovationsprojekte werden. Denn da die Innovationsaktivitäten aufgrund von Informationsvorteilen stark am jeweiligen Umfeld des Standortes der FuE-Aktivitäten ausgerichtet sind, ist die Vergabe von Innovationsprojekten an Tochtergesellschaften im Lead-Market eine erfolgversprechende Strategie zur Entwicklung globaler Innovationen. Außerdem haben Unternehmen Wettbewerbsnachteile, wenn sie ihre Innovationen nicht an den Nachfragepräferenzen der führenden Märkte ausgerichtet haben. Zum einen lassen sich in FuE-intensiven Industrien die hohen FuE-Investitionen nur mit internationaler Vermarktung amortisieren. Zum anderen kann selbst der Heimatmarkt an den in anderen Ländern und anderen Unternehmen entwickelten technischen Weltstandard verloren gehen. Im Rahmen des Projektes wurden mehrere Fallstudien zu Lead Märkten bestimmter Innovationen angefertigt. Im zwieten Schritt wurde eine quantitative statistische Methode zur Identifizierung führender Absatzmärkte entwickelt. Der Lead Markt Ansatz konnte indessen auf viele weiter Aspekte ausgedeht werden, z.B. die Umweltpolitk und die Technologie- und Forschungspolitik. Der Abschlussbericht fast alle diese Entwicklungen der Lead Markt Forschung am ZEW zusammen.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Beise-Zee, Marian (2001), Lead Markets, LLL:citation.label.volume 14, Physica-Verlag, Heidelberg/New York.

Projektzeitraum

01.06.1999 - 31.03.2003

Kontakt
Kooperationspartner

Prof. Dr. Thomas Cleff, Fachhochschule Pforzheim, Pforzheim, DE