Die Auswirkungen von Politikmaßnahmen werden häufig nur im Kontext von Partialmodellen analysiert (simuliert), die sich bei der Abbildung von Wirkungsmechanismen auf nur wenige zentrale (unmittelbar betroffene) Variablen beschränken. Dabei wird vernachlässigt, dass Eingriffe in einen bestimmten Wirtschaftsbereich (z.B. durch Besteuerung) nicht nur direkte Anpassungsreaktionen hervorrufen, sondern es über die wechselseitige Verflechtung von Märkten auch in anderen Bereichen zu erheblichen indirekten Effekten kommen kann. Die in der Finanzwissenschaft entwickelten angewandten (berechenbaren) Gleichgewichtsmodelle sind das Instrument, welches die Quantifizierung von allgemeinen Gleichgewichtseffekten ermöglicht. Die Konstruktion bzw. Erweiterung solcher Modelle zur expliziten Untersuchung von Arbeitsmarktpolitiken ist noch eher die Ausnahme. Das für die Niederlande verwendete MIMIC-Modell stellt unseres Wissens die einzige Entwicklung dar, die sich explizit auf die Arbeitsmarktwirkungen von Steuerpolitiken konzentriert. Das Projekt beabsichtigt die Weiterentwicklung des bestehenden Modellsystems PACE. Den inhaltlichen Schwerpunkt des Projekts soll die problemgerechte Abbildung des Einflusses der Besteuerung und der sozialen Sicherungssysteme auf Höhe und Struktur der Arbeitslosigkeit bilden. Insgesamt kann der Forschungsumfang durch folgende Fragestellungen charakterisiert werden: - allgemeinen Steuersenkungen und Tarifreformen - ökologischen Steuerreformen - Senkungen der Sozialversicherungsbeiträge - Lohnsubventionen - Umfinanzierung der sozialen Sicherungssysteme Diese Ausrichtung macht eine detaillierte Modellierung - z.B. Disaggregation des Faktors Arbeit (heterogene Arbeit), verschiedene Haushaltstypen - notwendig, die für Deutschland bislang nicht geleistet wurde.