In den letzten Jahrzehnten wurde der Analyse von Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung eine zunehmende Bedeutung beigemessen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Beziehung zwischen einer Information und der Wirtschaftsentwicklung unmittelbar davon abhängt, wie Wirtschaftsakteure diese Information wahrnehmen und verarbeiten und wie sie darauf aufbauend über ihr Verhalten entscheiden. Normative Entscheidungstheorien besagen, dass Akteure klaren subjektiven Erwartungen nachgehen, die in Bezug auf Informationsdarstellung und der genauen Erhebungsmethode invariant sind. Dennoch dokumentiert eine weite Literatur Verletzungen dieser zwei Invarianz-Annahmen, den sogenannten Framing Effekt. Im Rahmen dieses Projekts untersuchen wir den Einfluss der Erhebungsmethode auf Aktienmarkterwartungen und Risikowahrnehmung, sowie dessen Determinanten. Für diese Zwecke führen wir ein natürliches Feldexperiment durch, sowie eine Reihe von Internet- und Laborexperimenten. Darüber hinaus wird in einem zweiten Schritt die Prognosegüte von unterschiedlichen Erhebungsmethoden ausgewertet. Zuletzt wird untersucht, welche Erhebungsmethode Individuen endogen wählen, wenn sie mit unterschiedlichen Aufgaben (Aktienmarktprognosen, Investitionsentscheidungen usw.) konfrontiert werden.