Die ZEW-Wissenschaftler Dr. Mathias Dolls, Dr. Philipp Dörrenberg und Dr. Holger Stichnoth aus der Forschungsgruppe „Internationale Verteilungsanalysen“ sind gemeinsam mit dem ehemaligen ZEW-Ökonomen Professor Dr. Andreas Peichl mit dem Schmölders-Preis 2017 des Vereins für Socialpolitik ausgezeichnet worden. Die Wirtschaftswissenschaftler erhielten den Preis am 9. Juni 2017 im Rahmen der Jahrestagung des Finanzwissenschaftlichen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik.

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Schmölders-Stiftung für Verhaltensforschung im Wirtschaftsleben gestiftet. Die ZEW-Ökonomen gehen in dem prämierten Paper „Do Savings Increase in Response to Salient Information About Retirement and Expected Pensions?“ der Frage nach, welchen Einfluss die Weitergabe von Informationen über zu erwartende Rentenzahlungen auf die Entwicklung von Altersersparnissen hat. Grundlage der Studie sind detaillierte Informationsschreiben zu voraussichtlichen Rentenansprüchen, die seit dem Jahr 2004 jährlich von der Deutschen Rentenversicherung per Brief versendet werden. Die Erhebungen der ZEW-Wissenschaftler zeigen, dass eine solche Renteninformation die Rentenversicherten maßgeblich dazu animiert, mehr in ihre private Altersvorsorge zu investieren. Zwar wirkte sich die jährliche Renteninformation im Briefkasten negativ auf die Spendenbereitschaft aus, gleichzeitig sahen sich aber mehr Menschen in der Altersgruppe ab 27 Jahren auf einmal unter Zugzwang, etwas für ihr eigenes Rentenalter zu tun. Zudem wird in der Studie deutlich, dass rund zwei Drittel der Rentenzahler/innen dazu neigen, ihre voraussichtlichen Rentenansprüche zu hoch einzuschätzen. Eine Lektion hieraus könnte sein, künftige Reformen zur Tragfähigkeit des Rentensystems unkomplizierter zu gestalten und die Versicherten dadurch vor Fehleinschätzungen zu bewahren.

Über die Vergabe des Schmölders-Preis entscheidet eine Fachjury, die im jährlichen Turnus abwechselnd aus dem sozialökonomischen, finanzwissenschaftlichen und wirtschaftshistorischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik sowie dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Schmölders-Stiftung gestelltwird. Die Gutachter/innen prämieren Arbeiten, deren Publikation nicht länger als drei Jahre zurückliegt und die sich durch Originalität sowie hohes wissenschaftliches Niveau auszeichnen. Der Verein für Socialpolitik ist die größte Vereinigung von Wirtschaftswissenschaftler/-innen im deutschsprachigen Raum. Zielsetzung des Vereins ist sowohl die Förderung der Wissenschaft im Bereich der wirtschafts- und sozialpolitischen Problemlösung als auch die internationale Kooperation der Fachwissenschaft.

Datum

14.06.2017

Kategorie
  • Auszeichnungen
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