Verbraucher/innen in Deutschland gewöhnen sich zunehmend an das Niedrigzinsumfeld, sind jedoch nach wie vor nicht bereit, Negativzinsen auf Bankeinlagen zu akzeptieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, zum Sparverhalten im Niedrigzinsumfeld im Auftrag der ING-DiBa AG.

Zum Auftakt des Forschungsprojekts wurden im Oktober 2016 erstmals knapp 3.600 Bankkunden/-innen durch das ZEW befragt. Im Oktober 2017 wurde die Umfrage mit rund 3.100 Befragten wiederholt und ausgeweitet, um Veränderungen im Sparverhalten zu analysieren. Dabei zeigt sich, dass die Niedrigzinsen im Vergleich zum Vorjahr heute erkennbar weniger Einfluss darauf haben, wie viel in Deutschland gespart wird.  

64 Prozent der Befragten geben an, dass sich die derzeit niedrigen Zinsen nicht auf ihr Sparverhalten auswirken (Herbst 2016: 56 Prozent). Vor allem jüngere und risikobereite Sparer lassen sich den aktuellen Umfrageergebnissen zufolge durch die Niedrigzinsen nicht beim Sparen beeinflussen. Ändert sich das Verhalten aufgrund der Zinslage doch, geben 92 Prozent der Befragten (Herbst 2016: 91 Prozent) an, weniger oder gar nicht mehr zu sparen.

Alternative Anlagemöglichkeiten steigen im Kurs bei Sparern

Wie im Vorjahr geben vor allem junge, vermögende und risikobereite Sparer an, dass sich für sie die Attraktivität von Immobilien oder Wertpapieren als alternative Anlagemöglichkeiten infolge der Niedrigzinsen erhöht hat. Jedoch gewinnen auch liquide Sparprodukte langsam wieder an Attraktivität: Die Hälfte der Befragten hält Tages- oder Festgeld aktuell für steigend oder zumindest gleichbleibend attraktiv (Herbst 2016: 36 Prozent).

Die Wahrscheinlichkeit, dass Banken auf breiter Front Negativzinsen auf Bankeinlagen einführen, wird von den Befragten etwas geringer eingestuft als noch vor einem Jahr. Gleichwohl stünden in diesem Fall weiterhin große Marktveränderungen bevor: 36 Prozent der befragten Verbraucher würden in diesem Fall Geld von ihrem Konto abheben, weitere 14 Prozent würden eine Anlage mit mehr Risiko wählen.

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