Vom 18.-20. September 2017 fand am ZEW der Herbst-Workshop 2017 des Kollegs für interdisziplinäre Bildungsforschung CIDER (College for Interdisciplinary Education Research) statt. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, von der Jacobs Foundation und sieben Instituten der Leibniz-Gemeinschaft initiierte und finanziell geförderte Kolleg unterstützt seit 2012 herausragende junge Wissenschaftler/innen (Fellows) aus europäischen Forschungseinrichtungen dabei, eigene Projekte im Themenfeld der interdisziplinären Bildungsforschung zu entwickeln und voranzubringen. Dabei bringt das ZEW die ökonomische Perspektive auf die Bildungsforschung mit ein.

Der dreitägige Workshop wurde von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und ZEW organisiert und verfolgte dabei drei Ziele: Die Fellows konnten so zum einen die Ergebnisse ihrer Arbeiten präsentieren und in einem interdisziplinären Rahmen diskutieren, dabei bot der Workshop auch Gelegenheit, neue Forschungsprojekte zu initiieren. Zweitens wurden die Forschungspotenziale der von GESIS erhobenen vielfältigen Individualdaten für die empirische Bildungsforschung zur Diskussion gestellt. Drittens erhielten die Fellows die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ausgewählte Ergebnisse der aktuellen Bildungsforschung sowie die Projektarbeit und Publikationsstrategien zu reflektieren.

Bildungsforschung aus interdisziplinären Blickwinkeln

Fachspezifische Vorträge ergänzten den Workshop um interdisziplinär relevante Aspekte. Beatrice Rammstedt, Professorin für Psychologische Diagnostik, Umfragedesign und Methodik an der Universität Mannheim und wissenschaftliche Leiterin der Abteilung Survey Design and Methodology bei GESIS, referierte über die Messung von Persönlichkeitsmerkmalen in großen Befragungsstudien. Ein weiterer Vortrag befasste sich mit den Wirkungen von Berufsorientierungsmaßnahmen an Haupt- und Realschulen in Freiburg im Breisgau sowie Forschungsdesigns zu deren Abschätzung. Die Maßnahmen haben nach Bernd Fitzenberger, Professor für Ökonometrie an der Humboldt-Universität zu Berlin und ZEW Research Associate, vor allem leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler beim Übergang in eine Lehre oder in eine weiterführende Schule geholfen.

PD Dr. Friedhelm Pfeiffer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung“, betonte, dass die Bildungsforschung von einer interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit erheblich profitiert. Während die Erziehungswissenschaften unter anderem erforschen, wie Bildungssysteme, Bildungseinrichtungen und Unterrichtsprozesse inhaltlich gestaltet werden können, um gewünschte Lernerfolge zu erzielen, geht die Ökonomie der Frage nach, wie angesichts begrenzter Ressourcen Effizienz und Chancengerechtigkeit durch Bildung verbessert werden können und wieweit sich Bildungsinvestitionen lohnen. Grundlagen- und Gestaltungswissen zu Bildungsprozessen können somit gemeinsam verbessert werden. Der Herbst-Workshop erwies sich als ein erfolgreicher Baustein von CIDER, der frühe Selbständigkeit in der Wissenschaft stärkt und die interdisziplinäre und internationale Vernetzung fördert.

Über CIDER

Das Kolleg für interdisziplinäre Bildungsforschung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fördernummer: 01JG1201), der Jacobs Foundation (Fördernummer: 2011-963) und den sieben teilnehmenden Instituten  der Leibniz-Gemeinschaft gefördert. Beteiligt sind die Disziplinen Erziehungswissenschaften, Ökonomie, Psychologie und Soziologie. Das Projekt wird von Frau Prof. Dr. Heike Solga, WZB Berlin, geleitet. Eine erste Kohorte von 30 Fellows wurde von 2012 bis 2016 im Rahmen des CIDER gefördert. Die zweite Kohorte von ebenfalls 30 Fellows wird im Zeitraum von 2016 bis 2019 durch das Kolleg unterstützt. Hierzu finden unter anderem jährlich zwei Workshops zur Förderung der interdisziplinären Qualifizierung und zur internationalen Vernetzung statt.

Die beteiligen Leibniz-Institute:

·         Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

·         DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung)

·         GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften

·         Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)

·         Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN)

·         Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

·         Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)

Datum

28.09.2017

Kategorie
  • Workshop

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